Kolumne

Mediterran wohnen: Il dolce far niente!

Lucio Dalla, Pavarotti, Pupo, Zucchero - es zieht uns in den Süden! Das Mittelmeer ist knapp zehn Autostunden weit entfernt. Oder geht es doch lieber an den Gardasee? Als Kind fuhren wir über den Brenner – wie gähnend langweilig, was sich vor den Fensterscheiben bot. Heute würde ich fast alles dafür geben, noch einmal diesen Blick hinaus in die schönen Landschaften entlang der Fahrbahn werfen zu dürfen, mich kutschieren zu lassen, den Picknickkorb zwischen den Beinen. Die Musik, der Duft, die Sprache – und immer näher dem Meer kommend, den Häfen mit den kleinen Fischerrestaurants, den herrlichen Brisen. Und erst das Wohnen, wenn wir angekommen waren.

 

Kräftige Erdtöne, dunkles Braun, Orange und Ocker. Diese Sehnsucht nach Entspannung, die dort täglich befriedigt schien. Süßes Nichtstun, mañana mañana! Diese Ruhe – und doch klang alles wie Musik für mich, Musik, die durch die Gassen und aus den Menschen herausströmte.

 

In den 80ern dann kehrte TERRACOTTA auch in deutschen Räumen ein. Die Menschen wischten sich einen Wolf an den Wänden – heute kann kaum einer diese Farbe noch ertragen, geschweige denn diese unruhigen Ergebnisse. Böden wurden gefliest, Teppich musste Steinen weichen. Ich sehe Paläste, Weinbau, Olivenhaine – alles Motive, die wir Nordlichter uns gern als bildhafte Symbole (Fototapeten; Kunst; Fotografien) in unsere Stuben holen. Und auch wenn der Mittelmeerraum sich über die Kontinente Europa, Afrika und Asien erstreckt, so verbindet man mit dem mediterranen Wohnstil eher Länder wie Frankreich, Italien oder Spanien mit jener schier ungebrochenen Anziehungskraft.

 

Möbel aus Olivenbaumholz, hell und naturnah. Natursteinwände, Holzdielen, Rattanmöbel – auch der Norden steht dem Süden bald in nichts mehr nach! Keramikgefäße, Steingut, Teller als Wandschmuck, rustikale Holzschnitzereien, Mosaiksteinchen in Bad und Küche, gebrochene bunte Scherben als Collage an Wände geklebt, Holzdachterrassen – Fantasie und Umsetzung kennen kein Limit! Wir können uns keine Fincas zaubern, aber den südländischen Flair kriegen wir auch so hin! Verputzte Podeste für Sitzkissen, Korbstühle an großen Esstafeln, Olivenzweige in hohen Vasen – einladende Deko unterliegt besonderem Charme! Rote, orange, gelbe Wandanstriche, auch passende Bordüren oder Tapeten in brüchiger Steinoptik. Wer Luxus liebt und noch bezahlbar findet, legt sich Marmor unter die Füße. Dazu wollweiße oder beige, lange Vorhänge, auf weichen Sofas Kissen in kräftigen Blau- und Türkistönen.

 

Ob rustikal oder antik angehaucht, ob Mosaiken an der Wand oder weiß gewischte Wände – mischt und vermischt nach Lust und Laune, schenkt jedem eurer Räume einen anderen und ganz eigenen Flair! In Schlafzimmern des Südens findet man oft dunkle Holzbetten unter schneeweißer Leinenbettwäsche, oder für Romantiker die geschwungenen Metallbetten auf Terracotta-Bodenfliesen. Ganz wichtig und oft unterschätzt und sehr vernachlässigt: warme Lichtquellen, die das Sonnenlicht nach Untergang ersetzen sollen. Glas, Metall und Kunststoff – der Feind der mediterranen Linie. Hast Du eine Wohnküche? Bleib beim Holz! Gasherde und Steinöfen sind leider noch nicht gang und gäbe, aber wer weiß – eines Tages wird auch Deutschland ein bisschen wärmer, von innen und von außen. Wir müssen nur oft genug und weiter in den Süden fahren und mit diesem herrlichen Lebensgefühl zurück nach Hause kommen!

 

Hasta la vista! Tchau! Au revoir! Arrivederci!
Deine Conni Köpp (Wohnexpertin)

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