Kolumne

Factory-Fieber

Kalt. Kälter. Am kältesten? Nur auf den ersten Blick, und oft ist er getrübt, jener erste. Fabrikhallen, Lofts, Metall, Chrom, Klinker, Backstein, Beton. Brüche in Wänden, echte Patina, Löcher, Risse, Rost. Der Trend zum kühlen Schick, zum sauberen Stahl – er ist beliebt geworden.

 

Industrie wird verbannt, private Refugien geschaffen. Räume, gern immer weiter, breiter und höher. Polierter Chrom auf Hochglanz gebracht. Kühl? Nein, denn es sind die Gegensätze, die jetzt ins Spiel kommen, hervorgerufen durch unsere Kreativität und unseren Mut, der richtig Fahrt aufnimmt. Holz zu Glas und Metall. Felle auf speckigem Leder. Plüsch und Kitsch waren gestern, heute hat man Lust auf Industrie-Design und Fabrik-Charakter.

 

Wir sind satt und übersättigt ob der überfüllten Kleinkramdeko, wir sehen den Raum als pures Accessoire für uns: Dem Nippes haben wir den Krieg erklärt. Metallbetten – als Jugendliche hatte ich auch schon eins, mit weißen Gitterstäben. Heute darf das Eisenbett gern (künstlich) Rost ansetzen. Wir schaffen einen herrlichen Kontrast aus weißer Leinenwäsche und kuscheligen Tagesdecken. Der Bodenbelag – vielleicht sogar Rindsleder, wie wir es vereinzelt schon bewundert haben. Und mit der Abgenutztheit kommt die Attraktivität.

 

Es reizt das Kühle, Elegante, Pure, schon Puristische – es reizt, wenn sich so schöne Gegensätze küssen. Die großen Altarkerzen auf dem nackten, blanken Betonboden, der sogar Flecken und Abdrücke jeder Art vertragen will. Warme, klassische Musik, die den Räumen einen Hauch von Dramatik einflüstert. Stahltreppen und Podeste mitten im Raum – vielleicht alles nur ein Trend, vielleicht aber auch eine Haltung: ungeschminkt, sich überraschen lassen, was die Spuren des Alltags für Abdrücke hinterlassen. Und wenn unter der Decke nicht wie einst Phosphorsterne - zum Greifen nah – kleben, sondern Strahler, die wir dimmen können und die ihr Licht auf Balken werfen, ob aus Holz oder aus Stahl? Dann kann uns gar nicht frieren! Nur eines passt tatsächlich nicht zu diesem Style, weil solches Wohnen eben Haltung ist: Bilder, die vom Fließband kommen.

 

Auch ich liebe Metalle – angelaufen oder poliert – es ist mir sowohl haptisch als auch optisch ein echtes Vergnügen!

 

Kontrastreiche Grüße,
Deine Conni Köpp (Wohnkosmetik)

Nach Schlagworten suchen
Newsletter bestellen

Deine Vorteile

  • Regelmäßige Information zu neuen Angeboten, Shoppartnern und Services
  • Exklusive Aktionen und aktuelle Gewinnspiele
  • Immer "Up to Date" durch Trend-Tipps und praktische Ratgeber
Kommentare(0) Kommentar schreiben
Noch gibt es keinen Kommentar zu diesem Artikel. Sei der Erste und lasse die anderen User wissen, was Du hierzu zu sagen hast.
 
Der moebel.de Newsletter:
Sale-Aktionen, Trend Tipps, Wohnideen