Kolumne

Unser (Alb)Traum vom Zusammenwohnen

Bild via wunderweib.de
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Zugegeben, mit dem Zusammenziehen in eine gemeinsame Wohnung haben mein Freund und ich uns nicht wirklich lange Zeit gelassen. Aber besondere Umstände (unsere Fernbeziehung München – Hamburg) erfordern nun mal besondere Maßnahmen. Und wirklich bereut habe ich diesen Schritt eigentlich nicht. Und das trotz unserer zeitweiligen Wohn-Reibereien…

Irgendwie hatte ich mir das Ganze schon seeehr idealistisch vorgestellt – mit meinem Liebsten zusammenziehen und alles ist voller rosa Wölkchen. In Gedanken sah ich uns beide schon in der perfekten Wohnung mit den perfekten Möbeln ein perfektes, gemeinsames Leben führen. Wir würden morgens zusammen aufstehen, es gäbe nie Streit, wer wann wieviel Zeit im Badezimmer verbringen darf, wir würden noch zusammen einen Espresso trinken und dann in trauter Zweisamkeit unsere Wohnung verlassen und zur Arbeit gehen. Abends kämen wir dann zeitgleich nach Hause, ich würde in der Küche stehen und ein leckeres Abendessen kochen, während mein Freund so lästige Dinge erledigt wie Müll rausbringen und aufräumen. Danach noch ein, zwei Stunden zusammen auf der Couch vor dem Fernseher kuscheln und anschließend im Schlafzimmer… nun ja… Jedenfalls stellte ich mir so unser Zusammenleben vor.

Die nackte Wohn-Wahrheit

In der Realität jedoch stehen wir beide morgens relativ verknautscht und morgenmuffelig auf, streiten uns, wer ins kalte Badezimmer tapsen muss, um die Heizung aufzudrehen und drücken uns beide vorm Espressokochen. Und natürlich findet mein Freund es total überflüssig, dass ich 15 Minuten vor dem Spiegel mit Schminken und Frisieren „vertrödle“ (so nennt ER es) und ich rege mich fürchterlich darüber auf, wenn er seinen Pyjama auf dem Badezimmerboden liegen lässt und ich dann, noch reichlich verschlafen, drüber stolpere. Der gemeinsame Espresso fällt dann in der Regel aus (da wir uns nicht einigen können, wer denn diesmal dran ist mit Kochen) und wir verlassen das Haus eher gehetzt (da spät dran) als gemütlich.

Und von wegen abends schön kochen, während der andere aufräumt! Die knallharte Realität lautet Fertigpizza und Instant-Suppe. Naja… so schlimm isses dann nicht ganz, aber für exzessive Koch-Orgien habe ich nach acht Stunden Arbeit auch keinen Nerv mehr. Und mein Liebster übrigens auch nicht für Aufräumen und Müll rausbringen.

Die wunderbare Wohn-Wahrheit

Trotz all dem, worüber wir uns tagtäglich aufregen und was wir am jeweils anderen ganz furchtbar schrecklich finden – zusammenwohnen ist doch was Schönes. Zum Beispiel wenn ER ausnahmsweise mal eine Stunde früher zur Arbeit muss und sich, schon fix und fertig angezogen und obwohl er eigentlich schon zu spät dran ist, Zeit nimmt, um sich nochmal für fünf Minuten zu mir ins Bett zu kuscheln. Oder wenn ich nach einem zehntägigen Urlaub mit meinen Mädels nach Hause zurück komme, und ER die ganze Wohnung geputzt hat (er HASST putzen) und mir vor dem Einschlafen noch ins Ohr flüstert, wie sehr er mich vermisst hat. Oder wenn wir abends zusammen auf unserer Couch liegen und über denselben schlechten Witz lachen müssen. Hach ja… Hmmm, wenn ich mir den letzten Absatz nochmal so durchlese, wird mir schon fast wieder ein bisschen schlecht von so viel Schnulzigkeit. Gott sei Dank streiten wir uns spätestens morgen früh wieder, denn der Pyjama wird mit 99%iger Sicherheit auch morgen wieder auf dem Badezimmerboden liegen…

Text: Miriam Kraus

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