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Video: Die bunte Welt des Designers Alfredo Häberli

von Bianka Echtermeyer

Aus dem Bauch heraus will der Schweizer Alfredo Häberli Möbel designen. Fröhlich und emotional sollen sie sein. Wie die im 25hours-Hotel in Zürich.

„Manchmal spüre ich, wie der Bleistift vibriert“, sagt Alfredo Häberli. „Eine Idee kommt auf und ich zeichne blätterweise. Irgendwann schaue ich zurück und merke, wo Tiefe sitzt.“

Wenn man dem 52-jährigen Schweizer zuhört, mit seinem Lächeln im Gesicht und seinem Buch voller enger Kritzeleien, glaubt man ihm sofort aufs Wort. Alfredo Häberli ist einer der großen Schweizer Designer. Vor allem entwirft er Alltagsgegenstände wie Möbel, Geschirr und Leuchten. Er arbeitet für ganz große Namen wie Alias, BMW, Camper oder Vitra. Und doch hat er sich etwas Entscheidendes bewahrt: Er lässt sich von seiner Kindheit, seiner Intuition und durch simples Beobachten inspirieren.

Das E-Magazine Falke-Footprints hat ihn in Zürich mit der Kamera besucht und sich seine Welt einmal genauer angeguckt. Das Kultur- und Lifestyle-Magazin, hinter dem die Marke Falke steckt, schaut sich in verschiedenen Städten um und zeigt besondere Menschen, Orte und gibt Insidertipps.

Emotional und doch funktional sollen die Möbel sein

Alfredo Häberli treffen sie im 25hours-Hotel in Zürich. Die Inneneinrichtung für dieses Hotel war das bislang größte Projekt des Designers. Die Möbel sind bunt, viele leuchten in Rot. Die Formen sind weich und oft verspielt. Aber das Ambiente wirkt trotzdem nicht überladen, sondern sehr gemütlich. „Alle Möbel sind funktional“, hat Alfredo Häberli einmal in einem Interview erklärt. Und im Video erzählt er nicht ohne Stolz, dass die Umgebung ein wohliges Gefühl vermitteln soll. „I’m at home, away from home“ – „Ich bin zu Hause, auch wenn es weit von zu Hause entfernt ist.“ Das war sein eigener Leitsatz. Mitten in einer Halle platzierte er deshalb eine Tischtennisplatte. Wenn man schon mal daheim ist…

In seinem Designbüro am Züricher See hängt dagegen allerhand von der Wand, seine Entwürfe, aber auch viel Kinderspielzeug wie Dreiräder oder Spielautos. Mit ihnen versetzt sich Alfredo Häberli zurück in seine eigenen ersten Jahre. Er ist aufgewachsen in Argentinien und kam 1977 mit seinen Eltern in die Schweiz. „Ich hatte wunderbare Eltern“, sagt er und grinst. Und warum sollte man dieses Gefühl aufgeben? Neben seinen Kindheitserinnerungen hat er noch eine andere Inspiration: seine Umwelt. Oft setzt er sich in sein Cabrio und fährt herum. „Beobachten ist die schönste Form des Denkens“, gibt er zu und düst davon. Vielleicht schon mit einem neuen Entwurf im Kopf.

Im Aufmacher: Alfredo Häberli. Foto: YouTube

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