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Trend: Art-déco

von Laura Drühe

Let’s party like Gatsby! Der Art-déco-Stil holt die Roaring Twenties in unsere vier Wände – mit geradlinigen Möbeln und eleganten Vintage-Lampen.

Eleganz der Roaring Twenties

Art déco ist die Abkürzung für Arts décoratifs, was auf Französisch dekorative, verzierte Künste bedeutet. Daraus werden schon zwei wichtige Merkmale des Art-déco-Stils deutlich: der Einsatz dekorativer Elemente und die in Frankreich, genau genommen in Paris, liegenden Wurzeln. Dort fand 1925 die Ausstellung „Exposition internationale des Arts Décoratifs et industriels modernes“ statt. Sie legte den Grundstein für eine luxuriöse Designbewegung, die sich von der Architektur und Inneneinrichtung über die Automobilindustrie bis hin zum Modedesign spannte. Die Menschen der damaligen Zeit wollten die Schrecken des Ersten Weltkriegs vergessen und sehnten sich nach Glamour und Luxus. Technischer Fortschritt, Luxusliner und Wirtschaftsbooms taten ihr Übriges und sorgten dafür, dass Art déco bis heute als eine sehr moderne, nach vorn gewandte Stilrichtung gilt. Ihre Blütezeit der Zwanziger Jahre endete mit Beginn der Weltwirtschaftskrise, spätestens aber mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs.

Art déco: Das Praktische im Schönen

Die Roaring Twenties waren vom Stil des Art déco geprägt, schön zu sehen in der Verfilmung The Great Gatsby.
Die Roaring Twenties waren vom Stil des Art déco geprägt, schön zu sehen in der Verfilmung
„The Great Gatsby“.
Foto: James Weston / Shutterstock

Charakteristisch für den Art-déco-Stil sind symmetrische, geradlinige Formen, parallel angeordnete Linien, kostbare Materialien wie Ebenholz, Elfenbein und Mahagoni sowie ein avantgardistisches, stromlinienförmiges Design. Auch verspiegelte, glattpolierte Oberflächen, glänzendes Gold, Chrom und Messing und fantasievolle, farbenfrohe Dekors sind typisch für den Look, der sich von ganz verschiedenen Stilströmungen und fremden Kulturen inspirieren ließ.

Wichtige Vertreter waren die Möbeldesigner Jacques-Émile Ruhlmann und Eileen Gray, die mit ihren Beistelltischen Funktionalität und Design verband. Handgefertigte Lampen aus schweren, glänzenden Messingrohren und leuchtende Tubenblenden spendeten daheim und in den Kaffeehäusern stilvoll Licht – die „Mazda“-Stehleuchte und die Lampen von René Lalique sind Klassiker der Zeit. Als berühmte Gebäude gelten das Chrysler- und Empire State Building in New York, Miamis Art-Déco-Viertel in South Beach sowie das Berliner Renaissance-Theater.

Wie wird der Art-Déco-Trend modern?

Ähnlich wie der reduzierte Chic der Fünfziger Jahre, der 2016 ein großer Wohntrend wird, erobert auch der Art-Déco-Stil unser Zuhause. Ein eleganter Look, der am besten mit luxuriösen Materialien wie Samt, Wildleder und Messing funktioniert. Statement-Pieces wie Chaiselongues, Schminktische, mehrflammige Vintage-Leuchten aus Messing und avantgardistische Beistelltische setzen einzelne Highlights und verkörpern den Charme der Roaring Twenties.

Edel wird’s in dunklen, gedeckten Tönen, denen glänzendes Messing oder knallige Farbtupfer schöne Kontraste entgegensetzen. Etwa ein knallgelber Sessel auf schwarz-weißen Fliesen in Schachbrettoptik. Oder ein goldfarbener, sonnenförmiger Spiegel als Blickfang an einer dunkelblau gestrichenen Wand. Besonders cool: ein Poster im „The Great Gatsby“-Stil über der Vintage-Hausbar. Aber wie so oft in der Inneneinrichtung gilt auch hier: Entscheidendes Stilgeheimnis ist der gelungene Mix von neu und alt, glamourös und schlicht.

Foto im Aufmacher: Shutterstock

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