Wohnbasics

Teppichboden richtig reinigen

von Katja Keweritsch

Je nach Flor, Farbe und Material braucht dein Teppich andere Pflege. Hier kommt unser Reinigungs-Guide. Plus Tipps zur Fleckentfernung.

In diesem Artikel:

  • Staubsaugen – am besten täglich
  • Regelmäßig: den Teppichboden feucht oder nass reinigen
  • Pflege von Teppichen aus Naturfasern
  • Kunstfaserteppiche reinigen
  • Tipps zum Reinigen von Teppichen aus Wolle
  • So bleibt der Teppichboden allergiefreundlich
  • Was der Flor mit der Reinigung zu tun hat
  • Rotwein, Schokolade & Co. – das hilft gegen Flecken

 

Schöne Teppiche zum Shoppen findest du am Ende des Artikels.

Staubsaugen – am besten täglich

Jeden Tag setzen sich Schmutzpartikel und Staub aus der Luft auf einem Teppichboden ab. Werden sie über eine längere Zeit festgetreten, rutschen sie tief zwischen die Fasern, wo du sie nur mit Mühe wieder heraus bekommst. Zudem sieht der Teppichboden schnell alt aus. Was dagegen hilft? Staubsaugen. Am besten alle ein bis zwei Tage. Und zwar mit dem Bürstaufsatz. Denn: Gleichzeitiges Saugen und Bürsten rückt auch losem Schmutz tief in den Fasern zu Leibe. Ausnahme: Bei Langflorteppichen und Schlingenware immer eine glatte Düse verwenden, damit keine Fasern herausgebürstet werden. 

Regelmäßig: den Teppichboden feucht oder nass reinigen

Für eine feuchte  Zwischenreinigung kleinerer verschmutzter Flächen sprühst du Reinigungsschaum auf den Teppichboden. Den bürstest du langsam in den Flor ein, so dass der Schaum den Schmutz binden kann. Dann lässt du alles trocknen. Achtung: Die Stelle währenddessen nicht betreten – notfalls mit einem Handtuch abdecken. Am Ende saugst du den Teppichboden gründlich ab. Fertig.

Alle paar Jahr solltest du dir und deinem Teppichboden eine fasertiefe Grundreinigung gönnen – die Häufigkeit hängt dabei sowohl vom Verschmutzungsgrad als auch vom Teppichmaterial ab. Bei einer Nassreinigung schäumt ein Fachmann mit einer Sprühextraktionsmaschine ein Reinigungsmittel auf den gesamten Teppichboden. Das Gerät massiert es ein und saugt es wieder ab. Wenn alles trocken ist, wird noch einmal nachgesaugt. Natürlich kannst du dich auch selbst an einer Intensivreinigung versuchen. Die notwendigen Maschinen erhältst du als Mietgeräte in deinem Baumarkt. 

Das Material ist entscheidend bei der Teppichreinigung.

Velour, Wolle, Jute - die richtige Reinigung richtige Reinigung richtet sich vor allem nach dem Material deines Teppichbodens.
Fotos: Farrow & Ball (2x), Greenbop, tretford.eu

Pflege von Teppichen aus Naturfasern

Wenn dein Teppich aus ungefärbten Pflanzenfasern wie Sisal, Baumwolle, Jute oder Kokos besteht, kannst du alkalische Reinigungsmittel wie Kern- oder Gallseife verwenden. Aber Vorsicht bei gefärbten Pflanzenfasern: Sie können ausbleichen. Deshalb weder Fleckensalz noch Soda oder Salmiakgeist verwenden. Am besten greifst du hier auf ein spezielles Naturfaserreinigungsmittel mit saurem pH-Wert zurück.

Was die maschinelle Reinigung angeht: Naturfaserteppiche können ausbleichen, Wellen schlagen, Wasserflecken bekommen und sogar schrumpfen, wenn sie durchnässt werden. Das Sprühextraktionsverfahren ist deshalb ein absolutes Don’t. Stattdessen: Für eine intensive Grundreinigung immer ein spezielles Trockenshampoo verwenden. 

Kunstfaserteppiche reinigen

Generell sind synthetische Fasern robuster und unempfindlicher als natürliche Materialien. Besteht dein Teppichboden aus Propylen, Polyamid oder Polyacryl, kannst du ihn prima mit alkalischen Reinigungsmitteln wie Gall- oder Kernseife bearbeiten. Auch spezielle Fleckensprays eignen sich. Alle paar Jahre solltest du deinem Kunstfaserteppich mit einer maschinellen Nassreinigung zu Leibe rücken. Das kannst du entweder mithilfe von Leihgeräten aus dem Baumarkt selbst in Angriff nehmen oder du gönnst dir die Dienste eines Profis.

Tipps zum Reinigen von Teppichen aus Wolle

Für Teppichböden aus tierischen Fasern wie Wolle, Ziegenhaar oder Seide benötigst du ein säurehaltiges Reinigungsmittel. Nur so bleiben Glanz und Elastizität des Teppichs erhalten. Don’t: alkalische Reiniger verwenden. Sie schädigen die Haarstruktur und lassen Farben verblassen oder auslaufen. Teppiche werden spröde und können sogar reißen. 

Auch die Höhe des Flors und die Teppichfarbe sind wichtig bei der Reinigung.

Neben dem Material entscheiden auch die Höhe des Flors und natürlich die Farbe deines Teppichs darüber, wie schnell Schmutz und Flecken sichtbar werden. 
Fotos: DelightFULL, Essential Home, Covet House

So bleibt der Teppich allergiefreundlich

Dass sich Teppichböden für Hausstaubmilbenallergiker nicht eignen, ist eine Mär. Das Gegenteil ist der Fall: Teppiche binden Staub und Schmutz. Bei einem kurzflorigen, dicht gewebten Teppich dringen die Partikel zudem nicht so schnell in das Gewebe ein. Wenn du täglich mit einem Staubsauger mit Mikrofilter alles absaugst, schaffst du ein wirklich allergiefreundliches Klima. Zum Vergleich: Auf Holzböden liegt der Staub nur lose auf und wird bei jedem Luftzug neu aufgewirbelt. Für empfindliche Allergiker ist das meist unangenehmer.

 

Was der Flor mit der Reinigung zu tun hat

Unter Flor versteht man die Höhe der Teppichfasern, die senkrecht auf einem Untergewebe stehen. Bei einer Florhöhe von weniger als 1,5 cm spricht man von einem Kurzflorteppich. Alles zwischen 1,5 cm und 5 cm bezeichnet man als Hochflor, jegliche Höhe jenseits der 5 cm als Langflorteppich. Generell gilt: Je länger die Fasern, desto schwieriger die Reinigung. Plus: desto ungeeigneter wird der Teppich für stark beanspruchte Stellen. Denn: Der Flor wird platt getreten, wenn ständig viele Personen darüber laufen. Außerdem können sich Schmutz und Staub prima zwischen den langen Fasern verstecken. Bei starker Beanspruchung hilft dann auch kein tägliches Saugen mehr. Klar fühlt sich ein hoher Flor immer flauschiger an als ein niedriger. Aber für Flur, Treppe oder Kinderzimmer solltest du lieber einen strapazierfähigen Kurzflorteppich wählen.

Rotwein, Kaugummi & Co. – das hilft gegen Flecken

  • Generell gilt: Flecken immer sofort entfernen. Nicht warten! Wenn Flecken erst einmal eintrocknen, können sie mit den Teppichfasern chemisch reagieren. Das unschöne Ergebnis: eine bleibende Verfärbung.
  • Bei der Fleckentfernung immer mit einem saugfähigen Tuch von außen nach innen  tupfen. Nie reiben! Der Fleck könnte sich sonst vergrößern.
  • Mineralwasser hilft meist besser als Leitungswasser: auf den Fleck geben, einwirken lassen. Dann mit einem saugfähigen Tuch von außen nach innen trockentupfen.
  • Kaugummi: die Stelle zunächst mit Eiswürfeln vereisen, dann die gefrorenen Teile mit einem Hämmerchen zerschlagen und sofort aufsaugen.
  • Rotwein: hier ist Salz das ultimative Mittel. Auf den Fleck streuen, einwirken lassen. Wenn alles trocken ist, absaugen.
  • Flecken auf Kokos- und Sisalteppichen lassen sich oft mit einem Korken wegrubbeln.
  • Auch ein Dampfreinigungsgerät eignet sich zum Fleckentfernen. Durch seine natürliche Reinigungskraft löst der heiße Dampf Schmutz und Fett. Anders als bei Reinigungsmitteln bleiben keinerlei Rückstände im Teppichboden.
  • Nicht geeignete Reinigungsmittel: Benzin und Nagellackentferner. Manchmal lösen sie zwar oberflächlich den Fleck, entfernen ihn aber nicht aus den Fasern. Der Schmutz sackt tief in den Flor und der Teppich wird grau und unansehnlich.
  • Ebenfalls ungeeignet: Geschirrspüler und Wollwaschmittel. Beide Reiniger müssen nach der Anwendung gut ausgespült werden – bei Teppichböden kaum möglich. Jegliche Waschmittelreste ziehen neuen Schmutz geradezu magnetisch an und lassen den Teppich ergrauen. 

Schöne Teppiche für dein Zuhause

Bild im Aufmacher: tretford.eu

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