Wohnbasics

Heikki Orvola entwarf den Teelichthalter Kivi von Iittala

von Laura Drühe

Die Teelichthalter Kivi sind seit 30 Jahren farbenfrohe Designklassiker aus Finnland. Aber warum sind die roten teurer als graue, blaue und grüne Kivis?

Kivi ist finnisch und bedeutet Stein. Hatte Designer Heikki Orvola (Foto) leuchtende Edelsteine im Sinn, als er die sechs Zentimeter hohen Teelichthalter 1988 für die finnische Glasmanufaktur Iittala entwarf? Zumindest erinnern sie dank ihrer satten Farben und flackernden Lichtscheine an funkelnde Schätze.

Das Geheimnis der Farbintensität: Statt die Farbe nur auf die Glasoberfläche aufzusprühen, färben die Glasmeister von Iittala das Glas komplett durch. Das garantiert eine hohe, langanhaltende Qualität. Die Gläser sind spülmaschinen- und kratzfest, ihre Farbe verblasst auch über die Jahre nicht.

Warum sind graue, blaue und grüne Kivis günstiger als rote?

 Doch wie werden die Kivi Teelichthalter genau gefertigt? Das Grundrezept ist immer gleich. Man nehme transparente Glasmasse, presse diese und füge Metalloxide zu, die die eigentliche Farbe ins Spiel bringen. Je nach Herstellungsverfahren entstehen dabei ganz unterschiedliche Töne.

Kalte Farbtöne wie Grau, Hellblau und Grün werden per Maschine gepresst, wärmere Farben entstehen hingegen durch ein halbautomatisches Verfahren. Am aufwändigsten sind jedoch Teeleuchter mit besonders intensiven Farben wie Rubinrot. Sie werden von Hand gepresst und zweimal erhitzt – ein aufwändiger Prozess, weshalb diese Kivis auch am teuersten sind. Zudem sind die für die Herstellung von kalten Farben benötigten Oxide (z. B. Eisen, Nickel und Chrom) günstiger als die Materialien für warme Töne (etwa Titan und Mangan). Somit reichen die Preise der Kivi Kerzenhalter von 18,50 bis 38,50 Euro.

Der kreative Kopf hinter Kivi: Heikki Orvola

Designprofessor Heikki Orvola wurde 1943 in Helsinki geboren. In den späten 60er Jahren begann er seine Karriere als Glaskunsthandwerker im finnischen Nuutajärvi in einer von Iittalas Glasmanufakturen. Seither arbeitet er mit verschiedenen Materialien wie Glas, Keramik, Gusseisen und Textilien. Zu seinen berühmtesten Entwürfen zählen neben den Kivi Teelichthaltern und dem ebenfalls für Iittala designten Geschirrservice Aika auch die Keramikserie 24h sowie die Porzellanvase Carambola (beides für die finnische Marke Arabia). Für seine Werke, die in vielen Museen weltweit ausgestellt sind, hat Heikki Orvala viele Auszeichnungen gewonnen – darunter den Kaj-Franck-Preis, Finnlands wohl wichtigsten Designpreis.

Fotos: Iittala

Ähnliche Artikel

Kommentare

0
Weitere Artikel
Loading...