Wohnbasics

Die Stapelliege von Rolf Heide (1966) - ein Designklassiker

von Christiane Tillmann

Schlicht, schön und superpraktisch: Die berühmte Stapelliege wird dieses Jahr 50 Jahre alt. Zeit, sich den Evergreen einmal genauer anzuschauen.

Hochstapler sind ja meist nicht unbedingt als Sympathieträger bekannt. Nur bei einem Designklassiker, der ganz offensichtlich auch einer ist, drücken wir gern ein Auge zu: der Stapelliege von Rolf Heide. Die zeitlos schöne Möbelikone feiert in diesem Jahr bereits ihren 50. Geburtstag. Besonders ihre reduzierte Form und eben die Möglichkeit, sie übereinanderzustapeln, um Platz zu gewinnen, sind zu ihren unverkennbaren Markenzeichen geworden.

Aber wie genau entstand eigentlich die Idee zur Stapelliege? „Im Zusammenwirken der Redaktion der Frauenzeitschrift Brigitte und mir als zuständigem Innenarchitekten für den Bereich Wohnen“, erklärt der Designer himself. Die Magazin-Leser sollten in der Brigitte praktische, gut gestaltete und bezahlbare Einrichtungsvorschläge finden. Doch im Handel mangelte es damals daran. „Also überlegten wir uns, selbst etwas zu entwickeln, dem Leser vorzustellen und über einen Versandhandel zu liefern“, so Rolf Heide. „Die Kollektion startete mit einfachen Produkten wie Leuchten, schließlich auch mit Möbeln. Das Besondere: sie waren alle zerlegbar.“

Die Stapelliege: Gäste- und Kinderliebling

Links die Stapelliege und rechts Rolf Heide
Links: Mittlerweile gibt es die Liege auch in Komforthöhe und mit mobilem Bettkasten. Rechts: Rolf Heide ist Vater der Stapelliege und arbeitet bereits seit den 60er Jahren eng mit dem Hersteller Müller Möbelwerkstätten zusammen.
Fotos: Müller Möbelwerkstätten

Und das war 1966 geradezu revolutionär. Das Gestell der schlichten Stapelliege besteht aus speziell zugeschnittenen Schichtholzteilen, die über Eck zusammengeschraubt werden und es - aufgrund ihrer Form und des speziellen Rahmens – erlauben, die einzelnen Elemente übereinanderzustapeln. Die Stapelliege sieht also nicht nur gut aus, sondern ist dank des integrierten Lattenrosts samt Matratze auch noch ziemlich praktisch.

Schnell avancierte das schicke Bett in den 60ern und 70ern zum multifunktionalen Möbel-Liebling all jener Leute, die gern unkonventionell und mobil leben wollten. Besonders in Gäste- und Kinderzimmern findet der Designklassiker seitdem ein warmes Plätzchen. Und das freut besonders Erfinder Rolf Heide. Rückblickend sagt er: „Die Stapelliege hat das erfüllt, was sich schon Entwerfer und Redaktion damals vorstellten: gute und zeitlose Optik verbunden mit der Lösung für vorhandene Platzprobleme. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich sie sehe!“ Die Stapelliege wird übrigens seit jeher von den Müller Möbelwerkstätten produziert.

Im Aufmacher: Die Stapelliege in einer Werbung von 1966. Foto. Müller Möbelwerkstätten

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