Wohnbasics

Die Saftpresse Juicy Salif von Philippe Starck

von Christiane Tillmann

Juicy Salif erinnert an einen Satelliten, ist aber eine Zitruspresse. Die Geschichte dahinter handelt von Urlaub, Calamari und einer genialen Idee.

Manche Designs sind so ikonisch, dass sie selbst das simpelste Haushaltsgerät in Kunst verwandeln. Das von Juicy Salif zum Beispiel. Eigentlich bloß eine Zitronenpresse, doch dank ihrer Alien-artigen Form mittlerweile fast schon Kult.

Die Entstehungsgeschichte des Küchenklassikers geht dabei auf einen Zufall zurück, denn ursprünglich wurde der französische Designer Phillipe Starck von Alberto Alessi mit der Gestaltung eines Tabletts beauftragt. Statt dieses allerdings einfach wie bestellt zu designen, passierte erst einmal nichts. Bis nach einigen Monaten ein Brief von der Insel Capraira auf Alessis Schreibtisch flatterte. Inhalt: eine bekritzelte Serviette aus einem Restaurant. Wie sich herausstellte, Starcks Skizze zu einer neuen Zitruspresse. Der Designer war mit seiner Familie im Urlaub und hatte scheinbar einen Geistesblitz, als er über seinem Teller Calamari eine Zitrone auspresste. Und so wurde Juicy Salif geboren.

Designer Philippe Starck
Nach den Calamari kam der Geistesblitz: Star-Designer Philippe Starck kritzelte den ersten Entwurf der Zitruspresse einfach auf eine Papierserviette.
Foto: Jean-Baptiste Mondino

Mittlerweile ist das über ein Vierteljahrhundert her, doch an Faszination hat die dreibeinige Saftquetsche längst noch nichts verloren. Anders als viele Zitruspressen, die gern eingestaubt irgendwo in der hinteren Ecke des Küchenregals ihr Dasein fristen, darf Juicy Salif nämlich in die Front Row – also irgendwo hin, wo sie gesehen wird und den guten Geschmack ihres Besitzers widerspiegelt.

Pünktlich zu ihrem 25. Geburtstag im vergangen Jahr bekam die kultige Zitruspresse dann auch noch zwei neue Outfits in limitierter Edition geschenkt: eins aus Gussaluminium mit mattem, keramikweißem Überzug und eins in Gussbronze. Das erste war allen Fans der Juicy Salif gewidmet und sollte ihre Form zur Geltung bringen, das Objekt abstrahieren sowie gleichzeitig dessen Wert als zeitlosen Kultgegenstand unterstreichen. Die zweite Version hingegen war für die Marke Officina Alessi bestimmt und auf 299 Exemplare limitiert. Die schimmernde Ausführung sollte die besondere künstlerische und widersprüchliche Aura des Objekts hervorheben. Eine Zitruspresse mit Charisma – unvergleichlich.

Im Aufmacher: Juicy Salif in limitierter Gussbronze-Kollektion für Officina Alessi. Foto: Alessandro Milani

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