Wohnbasics

Die Krenit Schale von Normann Copenhagen

von Laura Drühe

Außen schwarz, innen farbig und aus unverwüstlichem Stahl: Die Krenit Schale von Normann Copenhagen ist ein Designklassiker fürs Leben.

Zu Beginn setzte Herbert Krenchel alles auf Rot. 1953 entwarf der dänische Designer und Materialforscher für das Label Torben Ørskov & Co eine Schüssel, die später einmal ein legendärer Designklassiker werden und in Museen auf der ganzen Welt zu bewundern sein sollte. Außen schwarz, innen rot, gefertigt aus emailliertem, lackiertem Stahl – das war das simple und zugleich ausdrucksstarke Grundrezept, für das Krenchel nur ein Jahr später mit der Goldmedaille auf der Triennale in Mailand ausgezeichnet wurde. Es folgten weitere Größen und Farben – Türkis, Limette, Orange, Grau, Hellblau, Weiß – die schwarze Außenseite der Krenit Schalen jedoch blieb immer gleich.

Nachdem 1966 die Produktion der Krenit Schüsseln eingestellt wurde, vergingen mehr als 40 Jahre, ehe die skandinavische Erfolgsmarke Normann Copenhagen die Schönheit des Krenit-Designs wiederentdeckte. Seit 2008 legt Normann Copenhagen die Schale nach Originalentwürfen neu auf und hat ihr mit den Farben Mint, Gelb und Koralle eine zeitgemäße Frischekur verpasst.

Ganz neu im Sortiment: Metallic-Versionen in Gold und Silber – eine Idee übrigens, die auf Krenchel selbst zurückgeht. Als Jan Andersen und Poul Madsen, die Gründer von Normann Copenhagen, Herbert Krenchel vor einigen Jahren besuchten, um mit ihm die Reedition der Krenit-Serie durchzugehen, präsentierte er ihnen stolz eine Schale mit silberner Innenfarbe. Eine Sonderausgabe, die Krenchel eigens angefertigt hatte und die nun sein Haus schmückte. Das Design gefiel den Machern von Normann Copenhagen so gut, dass sie es einige Zeit später in Serie schickten.

Heute gibt es die Krenit Schüsseln in vielen verschiedenen Farben und Größen (8,4 bis 38 cm Durchmesser), die beliebig miteinander kombiniert und ergänzt werden können.

Herbert Krenchel: Kreativer Kopf hinter Krenit

Herbert Krenchel war ein dänischer Bauingenieur und Materialforscher. 1922 in Dänemark geboren, studierte er an der Technischen Universität Kopenhagen und erhielt dort seinen Master of Engineering. 1953 eröffnete er sein eigenes Designbüro und entwarf im selben Jahr die Krenit Schalen, über die er einmal sagte: „1953 war die ursprüngliche Idee, eine schöne Schüssel zu gestalten, die so funktionell und anmutig sein sollte, dass sie in der Küche ebenso wie auf dem Esstisch und als Dekoration im Wohnzimmer verwendet werden konnte.“ Herbert Krenchel starb 2014 in Dänemark.

Normann Copenhagen: Entwerfe lieber ungewöhnlich

Gewöhnliche Alltagsprodukte in etwas aufregendes Neues verwandeln, das ist der Designanspruch von Normann Copenhagen. 1999 gründeten Jan Andersen und Poul Madsen ihr Label in der dänischen Hauptstadt mit dem Ziel, die Designbranche zu revolutionieren. Seitdem provozieren sie immer wieder bewusste Stilbrüche und interpretieren bewährte Designs neu – wie die Vase, die nicht aus Glas, sondern aus Silikon besteht. Oder wie Gründer Poul Madsen es ausdrückt: „Das Wichtigste ist, dass Designprojekte etwas Neues oder Aufregendes erzählen können: Sie müssen frischen Wind in unsere Designwelt bringen.” Die Kollektion von Normann Copenhagen umfasst heute Möbel, Heimtextilien, Wohn- und Küchenaccessoires und Lampen – beispielsweise die Pendelleuchte Norm 69 von Simon Karkov, die als erstes und erfolgreichstes Produkt der dänischen Designprofis gilt.

Im Aufmacher: Ganz neu im Sortiment sind die Metallic-Looks in Gold und Silber. Fotos: Normann Copenhagen

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