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Die Isolierkanne EM77 von Stelton – ein Designklassiker

von Laura Drühe

In unserer neuen Serie stellen wir Klassiker vor, die Designgeschichte geschrieben haben. Dieses Mal: die Isolierkanne EM77 von Erik Magnussen für Stelton.

Grazil und zeitlos geformt, aus Edelstahl oder Kunststoff gefertigt und in immer wieder neuen Farben erhältlich: Die Isolierkanne EM77 ist mit über zehn Millionen Exemplaren der meistverkaufte Artikel der dänischen Geschirr- und Küchenmarke Stelton. 1977 von Erik Magnussen entworfen, avancierte die Kanne schnell zum Designklassiker – sowohl auf der heimischen Kaffeetafel als auch auf dem Konferenztisch. Der dänische Designer und gelernte Keramiker Magnussen ließ zunächst nur Versionen aus glänzendem Edelstahl produzieren. Zwei Jahre später folgte die Ausführung „soft“ aus mattem, farbigem ABS-Kunststoff.

Neue Trendfarben, patentierter Kippverschluss

Mittlerweile hat sich die Thermoskanne zur Stilikone gemausert: Jedes Jahr zum Frühling und Herbst erscheint sie in neuen Trendfarben, ob Kupfer, Messing, minimalistisches Schwarz und Weiß oder Limettengrün. Neben ihrem stilvollen Äußeren ist es auch die hohe Funktionalität bei gleichzeitig kinderleichter Bedienbarkeit, die der EM77 mit der Zeit Kultstatus einbrachte. Ein tropfsicherer, patentierter Kippverschluss öffnet und schließt die Kanne automatisch, ein Schraubdeckel mit dichtem Verschluss eignet sich für unterwegs. Zudem lässt sich bei Bedarf ein langes, schmales Teesieb einsetzen. Die EM77, die nach den Initialen ihres Designers und ihres Gründungsjahrs benannt wurde, ist Teil von Steltons Produktreihe „Classic“ und kostet – je nach Ausführung und Größe (0,5 oder 1 Liter) – zwischen 55 und 145 Euro.

Die Produktklassiker Steltons auf einem Foto vereint (von links): Isolierkanne EM77, Milchkännchen und Zuckerschale Emma, Isolierkanne Emma, Kerzenständer Reflection, Stahlkanne Freja, Teekanne und Teebecher Theo, Uhr Time, Isolierkanne Kontra. Foto: Stelton
Die Produktklassiker Steltons auf einem Foto vereint (von links): Isolierkanne EM77, Milchkännchen und Zuckerschale Emma, Isolierkanne Emma, Kerzenständer Reflection, Stahlkanne Freja, Teekanne und Teebecher Theo, Uhr Time, Isolierkanne Kontra.
Foto: Stelton

Die Marke Stelton: preisgekrönt und weltberühmt

Es begann mit einer Vision: Als die eng befreundeten Unternehmer Niels Stellan Høm und Carton Madelaire 1960 in die Firma Danish Stainless einstiegen, wollten sie Haushaltswaren aus Edelstahl von Dänemark in die Welt tragen und über Ländergrenzen hinweg berühmt machen. Gesagt, getan. Schnell wurde das in Kopenhagen neu gegründete Unternehmen Stelton (dessen Name sich aus den Vornamen der beiden Freunde zusammensetzt) zum Inbegriff skandinavischen Designs und entwickelte sich vor allem in den USA zur begehrten Luxusmarke.

Doch es war vor allem die Zusammenarbeit mit dem dänischen Stardesigner Arne Jacobsen, die den endgültigen Durchbruch brachte. Peter Holmblad, damaliger Vertriebsleiter bei Stelton und Stiefsohn von Arne Jacobsen, zeigte seinem Stiefvater einige seiner selbst gezeichneten Entwürfe für eine neue Produktlinie. Jacobsen fand diese so langweilig, dass er selbst zu Stift und Papier griff. Der Rest ist Geschichte: 1967 erschien mit Cylinda die erste Geschirrserie Steltons, komplett aus Edelstahl gefertigt, deren einzelne Produkte eine harmonische Gesamtkomposition ergeben sollten. Es war dieses klare und innovative Produktdesign, das Stelton auf einen Schlag weltberühmt machte und der Marke bis heute die wichtigsten Preise und Auszeichnungen sicherte. Nach Arne Jacobsens Tod Anfang der 70er Jahre trat Erik Magnussen dessen schweres Erbe an – und übertraf mit der EM77 alle Erwartungen. Heute sind viele Stelton-Produkte in den bedeutendsten Museen zu bewundern, etwa im New Yorker Museum of Modern Art, im Pariser Louvre sowie im Londoner British Museum.

Aufmacherfoto: Die Isolierkanne EM77 von Stelton in der beliebten Edelstahlausführung. Foto: Stelton

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