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Der Pappsessel Otto von Peter Raacke – ein Designklassiker

von Christiane Tillmann

Eine Design-Ikone aus Pappe? Ja, die gibt es! Sie heißt Otto und sieht nicht nur ziemlich cool aus, sondern ist auch noch ein echtes Schnäppchen.

Mit Designklassikern verbindet man neben erstklassiger Qualität, Verarbeitung und Gestaltung oft auch einen erstklassigen Preis. Nicht selten ist ein Möbel oder Accessoire, das Kultstatus erreicht hat, ein kleines Investment, für das man tief in die Tasche greifen muss. Anders sieht es mit Otto aus, dem Sessel des Designers Peter Raacke.

Der deutsche Produktdesigner feierte mit seinem Besteck Mono-a, dem meistverkauften Besteck im Deutschland der Nachkriegszeit, 1959 seinen Durchbruch. Zu Beginn der 60er Jahre begann er als einer der ersten mit dem Werkstoff Wellpappe zu experimentieren. Ein Material, das man damals eigentlich nur aus dem Verpackungsbereich kannte.

Wellpappe – ein Verpackungsmaterial mutiert zum Designhit

Raackes Ziel war die Reduzierung des Preises, ohne dabei jedoch auf gutes Design zu verzichten. Heraus kam Otto – der Sitz für Besitzlose. Ein grafischer Pappsessel, der leicht und praktisch war. So konnte man Otto problemlos von einem zum anderen Ort tragen oder – dank seiner Form – einfach übereinanderstapeln. Und noch einen Vorteil brachte das neue Material mit sich: Man konnte selbst darauf kreativ werden, es bemalen und so zu einem absoluten Unikat werden lassen.

Pappsessel Otto von Peter Raake
Otto ist ein Designklassiker zum Bemalen, Stapeln, Hin- und Hertragen.
Foto: Pulpo 

Klar, dass so viel Kreativität nicht unbemerkt blieb. Otto zog als einzigartiges Designexperiment nicht nur schnell ins Vitra Design Museum, sondern sogar ins New Yorker Museum of Modern Art ein. 2007 wurde der Sessel, der ursprünglich aus dem Jahr 1968 stammt, wieder als Re-Edition von der Marke Pulpo neu aufgelegt und kann seither wieder gekauft werden. Ein echtes Design-Schnäppchen. Gestern wie heute.

Im Aufmacher: Pappsessell Otto von Peter Raacke. Foto: Pulpo

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