Wohnbasics

Der Componibili-Container von Anna Castelli Ferrieri

von Christiane Tillmann

Kleiner Container ganz groß: Kartells Kunststoffmöbel Componibili revolutionierte die Möbelindustrie und wurde zur Design-Ikone.

Modular, multifunktional und besonders strapazierfähig: Der kleine Componibili, eine Art Container, erfüllt heute noch alle Anforderungen an ein modernes Möbel. Und das, obwohl seine Erfindung bereits über 45 Jahre zurückliegt. 1949 gründete Anna Castelli Ferrieri, eine junge, ehrgeizige Architektin und Produktdesigerin, gemeinsam mit ihrem Mann, dem Chemiker Giullo Castelli, in Mailand das Label Kartell. Das Ziel: das innovative Material Kunststoff auch im Wohnraum zu etablieren.

Gar nicht so einfach in einer Zeit, in der vor allem Holz noch den Ton im Möbelbereich angab. Gestartet wurde daher auch mit Autoteilen und Labor-Equipment. Dann weiteten die Ferrieris ihre Produktion auch auf Wohnaccessoires wie Lampen und Haushaltswaren sowie Stühle aus. 1969 folgte schließlich der Componibili – ein stapelbares Containersystem.

Designerin Anna Castelli Ferreri, die Erfindern des Componibili.
Königin der Kunststoffmöbel: Die Designerin Anna Castelli Ferrieri gründete 1949 gemeinsam mit
ihrem Mann das Label Kartell und erfand den Componibili.
Foto: Kartell

Der Componibili ist ein Multifunktionswunder

Schnell avancierte das kleine Beistellmöbel zum Meilenstein der Firmengeschichte, repräsentierte es doch alle Vorteile des Kunststoffs auf einen Blick: Componibili konnte so in einer großen Farbenvielfalt vorgestellt werden und war wegen seiner glatten Oberfläche besonders kratz- und stoßfest, aber auch pflegeleicht. Das System wurde in eckiger und runder Form angeboten und später auch als stapelbare, modulare Variante.

Componibili war zudem besonders klein und verfügte über Schieber mit eingefrästen Grifflöchern statt Türen, die einfach im Korpus verschwanden und so keinen Platz wegnahmen. Darüber hinaus war das Containersystem günstig und multifunktional einsetzbar. Es konnte sowohl im Schlafzimmer als auch im Kinderzimmer oder sogar im Bad als Stauraummöglichkeit genutzt werden.

Nachdem Kartell 1972 nach einer Ausstellung im Museum of Modern Art (MoMA) schließlich der internationale Durchbruch gelang, wurde auch der Componibili von immer mehr Menschen entdeckt. Heute – über 45 Jahre später – hat das zeitlose Design des Mini-Möbels nichts an Anziehungskraft verloren. Der erschwingliche Klassiker gehört als wichtiger Teil der Design-Geschichte mittlerweile sogar zur ständigen Ausstellung des MoMA in New York und des Centre G. Pompidou in Paris.

Im Aufmacher: Egal ob rot, schwarz oder weiß: Der Combonibili kommt in verschiedenen Farben, Formen und Größen ins Haus. Foto: Kartell

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