Kolumne

Loslassen im Kinderzimmer

So schnell die Kleinsten wachsen, so schnell verändern sich auch ihre Ansprüche und Wünsche. Sind sie just geboren, liegt die liebevolle Gestaltung des Kinderzimmers allein in den Händen der Eltern. Was braucht ein Küken nach dem Schlüpfen? Bewegungsraum zum Krabbeln, Nähe, Wärme, Liebe, Ordnung, einen weichen Untergrund. Schnell aber schießen die Zentimeter in die Höhe, der Bewegungsradius wird ausgeschöpft. Doch weniger ist immer noch mehr, eben Mehrwert und mehr wert. Musik wird durchs Schlagen auf Kochtöpfe produziert, was Produkte aus der großen, bunten Spielewelt ersetzt. Möbel wachsen auch, aber ich rate für das Kleinkind eher flache Möbel und Kommoden statt hohe Schränke, die erschlagend, gar bedrohlich wirken können.

 

Ein Kinderzimmer wächst zur kleinen Wohnung heran, in der viele Bedürfnisse befriedigt werden wollen: Schlafen, Träumen, Abschalten, Arbeiten, Spielen, Verabredungen. Wenn ich im Einsatz bin, in Mission „wohnkosmetik for kids“, schaue ich, dass das Bett eher am Fenster steht, weil ein Blick in den Himmel beruhigend wirkt, mehr als nahe der Tür, durch die es einen irgendwie hinauszieht. Die auch für Windzug sorgt. Und ich schaue, dass ich den Raum durch Schränke oder Kommoden geschickt teilen kann, zwei Bereiche schaffe – den privaten und den schulischen. Reduktion auf das Schöne und zu Schätzende. Licht – Farbe – Textil sind die Stimmungssäulen. Kleine Kinder brauchen Teppich, weil sich ihre Welt noch sehr viel auf dem Boden abspielt. Oder in Höhlen, unter dem Hochbett, das unten herum umrandet mit Stoffen ist, darunter liegt vielleicht eine zweite Matratze. Aber auch Größere chillen gern, entweder auf dem Bett, das sich am Tage durch Überdecken und Kissen zur Couch wandelt, oder auf dem Boden mit dicken Kissen und Lichterketten.

 

Lasse Deinen Kindern weitestgehend freie Hand bei der Gestaltung je älter sie werden, sie spüren noch intuitiv, was ihnen gut tut, was sie brauchen und worauf sie Lust haben. Sie orientieren sich an Freunden und an Trends. Seien wir doch stolz auf das Gespür unserer Kinder, auf ihre Entschlusskraft und ihre Kreativität. Uns selbst bleibt genug Spielraum für die verbleibenden Räume. Auch wenn es uns die Schamesröte ins Gesicht schmiert, wir vor Peinlichkeiten in die Ecken kriechen wollen, Kinder sind auf dem Weg, zu probieren, zu lernen, zu testen, sich wahr zu nehmen und zu reifen, und das natürlich nicht nach unserem Geschmack. Die Wege der Wandlungen haben viele Gesichter, die uns unmöglich alle gefallen können. Haben unsere den Eltern damals auch nicht, oder? Also, lass Farben zu und sorge zudem von Kindesbeinen an, dass Gegenstände mit Respekt behandelt werden. Schaffe genügend Stausysteme, damit das Aufräumen leichter fällt. Kleine Zimmer brauchen eher Schränkchen an der Wand, frische Farben, die Ruhe und Kraft zugleich ausdrücken. Fototapeten, Spiegel, eingerahmte selbst gemalte Bilder – die Möglichkeiten sind grenzenlos, selbst in Räumen voller Begrenzungen.

 

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Conni Köpp

 

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