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Hilfe - die Stadtpflanzen kommen!

In einer Großstadt zu leben ist toll – ohne Frage: Es gibt immer etwas Neues zu entdecken und man kann selbst am Sonntagabend noch irgendwo die vergessene Milch einkaufen. Doch aufgrund der engen Bebauung bleibt in den Metropolen nicht viel Platz für Grünflächen und Alleen. Wer nicht gerade einen großzügigen Park in der Nähe hat, muss sich mit vereinzelten Grünanlagen an Spielplätzen inmitten der Häuserlabyrinthe zufriedengeben. Dieses Klischee ist mittlerweile ein alter Hut. Der Trend zum „Urban Gardening“ hat sich inzwischen zu einer regelrechten Flut entwickelt, der kaum ein Stadtbürger entkommt. Die Möglichkeiten dabei sind so zahlreich und vielfältig, wie die Pflanzenwelt selbst. Von der Balkonbegrünung zum Roof Gardening bis hin zum Guerilla Gardening – nichts ist mehr sicher vor Chlorophyll und Wurzelgemüse.

Urbane Oasen

Die Idee der Stadtbegrünung ist selbstverständlich keine neue. Bereits in der Antike und im Mittelalter war ein eigener Garten ein fester Bestandteil des Stadtbildes. Seit dem 19. Jahrhundert finden sich Klein- oder Schrebergärten sowie Kleingartenkolonien an den Stadträndern. Wurzeln des aktuellen „Urban Gardening“ liegen im New York der 70er Jahre. Dort bildeten „Community Gardens“ grüne Oasen auf innerstädtischen Brachen. So wurden gärtnerische, ernährungspolitische, ökonomische, soziale, künstlerische und stadtgestalterische Fragen miteinander verknüpft. Berühmte aktuelle Beispiele sind der Berliner „Prinzessinnengarten“ in Kreuzberg und der „Rosa Rose Garten“ in Friedrichshain. Dabei handelt es sich um Brachflächen, die den Stadtbürgern unabhängig von finanziellen Mitteln oder Besitzverhältnissen, die Möglichkeit zum gemeinsamen Gärtnern einrichten. Auch geht es um die Frage der sozialen und ökologischen Verantwortung und die Chance zur Selbstversorgung. Und wenn die Gartengeräte erst mal im Gerätehaus verstaut sind, kann zum gemeinsamen Grillen aufgerufen werden. Urlaubsstimmung pur!

Garten-Piraterie

Eine subversivere Form der Stadtbegrünung ist das sogenannte „Guerilla Gardening“. Hierbei handelt es sich auch um eine Form des politischen Protests. Ziel ist die Verschönerung und Bereicherung des Lebens in der Stadt. Die junge urbane Avantgarde reagiert auf städtische Defizite, wie Ernährungskrisen, Umweltprobleme, Isolation etc. Dabei sind Flexibilität und Improvisation gefragt. So werden heimlich Pflanzensamen ausgesät oder Baumscheiben bei Nacht und Nebel bepflanzt. Bekanntestes Beispiel sind Gemüsepflanzen vor dem Londoner House of Parliament.

Grün bis unters Dach

Ein faszinierendes Bild geben Dachgärten ab. Auch hier bildet New York den Vorreiter. Tatsächlich sind ein Drittel der bebauten Fläche New Yorks Dachlandschaften. Diese „Roof Gardens“ haben ihren Ursprung in den Hängenden Gärten von Babylon, den ersten Dachgärten der Menschheitsgeschichte. Auch in Deutschland und insbesondere in Berlin ist die Dachbegrünung zu einem Trend avanciert, der zudem auch sehr effizient ist: Faktisch sind nicht begrünte Flachdächer bereits nach 20 Jahren meist undicht. Aber auch Schrägdächer eignen sich zur Bepflanzung.

Pflanzen halten das Gebäude im Sommer um bis zu 11,3 Grad kühler, im Winter dient die Bepflanzung hingegen als Wärmedämmung. So können Energiekosten für Klimaanlage und Heizung um bis zu 25% gesenkt werden. Zudem kann das Umgebungsklima durch das Verdunstungswasser beträchtlich verbessert werden. Auch die Luftschalldämmung ist erheblich gesteigert, was gerade im geräuschlastigen Großstadttrouble von Bedeutung sein kann. Tendenziell kann alles auf einem Dach angepflanzt werden. Ob nun Gräser, Sträucher, Obstbäumchen oder Kartoffelbeete. Selbst Weinreben können dort wachsen. Der eigenen Wein- oder Likörherstellung steht dann nichts mehr im Wege. Auch Brunnen, Gartenteiche und Spielplätze für Kinder sind längst nicht mehr nur in der Parterre zu finden. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Bepflanzungen auch anlockt, was sich sonst nicht so häufig in der Großstadt zeigt: Vögel, Schmetterlinge, Hummeln, Marienkäfer und Co. machen das Nickerchen auf der dacheigenen Liegewiese zu einem authentischen Erlebnis.

Auch wer nicht über die Möglichkeit zum Urban Gardening auf dem Hinterhof oder der Dachterrasse verfügt, kann sich auf dem Balkon eine kleine Oase erschaffen. Gut geeignet für den Balkon ist ein kleiner Kräutergarten, aber auch Tomatensträucher oder Salate lassen sich auf dem Balkon gut aufziehen. Ein Tee aus frischen Minzblättern, ein Salat aus selbstgezogenem Rucola oder ein frischer Kuchen mit eigenen Erdbeeren schmeckt selbstgeerntet noch besser. Was sie brauchen? Blumenerde, eine hübsche Gießkanne, Pflanzkästen und das richtige Gartengerät.

Auf geht’s.

Text: Anne Timm

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