Kolumne

Küche oder Rumpelkammer?

Hier duftet es, hier ist es warm – weshalb die Küche ein Magnet für Menschen mit Lust auf Gemütlichkeit, Geselligkeit, Gerüche ist. Hier drängeln sich die Menschen gern um Herd und Spüle, selbst wenn es nebenan viel größer ist. Glück dem, der eine Großküche sein Eigen nennt, wodurch das Wohnzimmer schon mal aus der Poleposition verdrängt wird.

Ein Tisch lädt ein zum Klönen, das Fenster dazu, den Blick in die Ferne schweifen zu lassen. Küchen dürfen vieles sein: holzig, lackig, bunt, dunkel, edel, shabby. Farben bringen Ausdruck und betonen. Aber eines sollte die Küche immer sein, unabhängig von der Richtung, die Du persönlich präferierst: sauber und wohl sortiert! Wie gut hast Du Brauchbares, Schönes, Sinnvolles und Geliebtes versteckt oder offengelegt? Mein Motto: Plastik rein in die Schränke, Porzellan raus aus ihnen. Bunter Kleinkram rein, schlichte Schönheiten raus. Schau gleich mal nach, welche Küchenwerkzeuge und Utensilien Du seit langem schon nicht mehr in der Hand hattest, aber wertvollen Platz für sie opferst. Was muss bleiben? Was ist doppelt? Ersticken unzählige Plastiktüten unter der Spüle? Wie viele brauchst Du? Du könntest Dir angewöhnen, zum Einkaufen schöne Beutel oder Körbe zu verwenden, das schont auch die Umwelt.

Wie sieht es in den Hängeschränken aus? Bist Du zum Meister des Stapelns geworden und hast aus Dosen und Verpackungen Türmchen gebaut? Hast Du Angst, die Kreationen könnten in sich zusammenbrechen und alles Weitere mit in die Tiefe reißen? Schaust Du deshalb nur widerwillig nach und kaufst lieber immer wieder neu, statt aufzubrauchen? Und so stauben die Dinge vor sich hin, verkleben, verklumpen und versauern. Bis jetzt! Jetzt will ich‘s wissen: Was ist alles abgelaufen, was ist so gut wie leer?

Sorge nicht nur für reinen Tisch – sondern auch für reinen Schrank

Hole alles aus den Schränken und lass die Möbel erst einmal durchatmen! Was bleibt, wird neu arrangiert, auf frisch ausgewischten Böden. Kleinkram landet am besten in kleinen (Plastik-)Körbchen, die man jederzeit und ohne Komplikation herausziehen kann. Hast Du vergessen, welche Farbe Dein Kühlschrank hat, weil er mit Bons, Tickets, Schmierzetteln, Einkaufslisten, Terminen, Visitenkarten, Urlaubsgrüßen und Magneten maskiert wurde? Schaffe mehr Ruhe und kaufe Utensilien, die auch gefallen – das Auge wohnt immer mit! Unruhe vorm Auge kann für Unruhe im Kopf sorgen. Wir sind doch bereits voll mit Eindrücken in der Außenwelt. Wie wäre es mit einer Kreidetafel für die Stichworte der Woche? Oder mit einem Haushaltsbuch, das die Zettelwirtschaft ablösen kann? Oder bastele Familienplaner doch mal selbst. Vielleicht gefallen Dir Uromas Rezepte, kopiert und vergrößert und eingerahmt neben- und untereinander als Galerie an der Wand. Müssen die Oberschränke der alten Küche überhaupt noch sein, oder könntest Du sie auflösen, abhängen, nachdem Du Dich auf das Notwendigste beschränkt und umverteilt hast? Vielleicht ersetzen tiefe schöne Regale die alten Oberschränke und bieten Platz für einheitliche und dekorative Aufbewahrungsbehälter? Vielleicht gefallen Dir nach einem Neuanstrich Poster-Szenen von Straßencafés, Ausschnitte von Köchen in Aktion, eigene alte Kinderfotos von Dir als „Naschkatze“, alte Filmplakate, Fototapeten. Zaubere Atmosphäre in Deine Küche!

Du willst nicht streichen? Dann tapeziere – oder beklebe „billige“ Küchenschränke mit Tafelfolie, auf die Du Einkaufslisten, Rezepte oder Dein Motto des Tages schreibst. Hole Kartoffeln, Obst, Zwiebeln, Knoblauch und Zucchini aus den Netzen und richte sie in Schalen oder Körben an. Und bringe ein Raff- oder Bastrollo vorm Fenster an, vielleicht auch eine halbhohe Scheibengardine, die Sichtschutz bietet und heimelig wirkt. Stelle Kräutertöpfe auf – wie das duftet und den kleinen Gemüsegarten ersetzt!

Schluss mit rappelvollen Schränken, wo sich aufgerissene Nudelpakete zwischen Keksdosen, zerknitterten Teeboxen und abgelaufenen Tütensuppen stapeln. Wenn ich es nicht besser wüsste, könnte ich sie schreien hören, weil die es alle ziemlich unbequem haben. Wir werden vielleicht immer besser im Stapeln, aber ohne neue Struktur fällt jeder noch so schöne Stapel irgendwann in sich zusammen. Wie wundervoll, wenn endlich in den Schränken Übersicht herrscht. Alles griffbereit zu haben, und das noch auf einen Blick, das müsste ein anzustrebendes Ziel sein.

Besinne Dich auf das wirklich Wichtige

Ich erinnere mich noch gut an einen meiner ersten Einsätze, bei dem wir allein aus der kleinen Küche zwei volle Müllsäcke schleppten. Inhalt: Abgelaufenes, Verklebtes, Leeres, Doppeltes, Kaputtes, Unnützes. Wenn ich Küche schreibe, meine ich auch wirklich alle Ober- und Unterschränke, alle Schubladen, Kühlschrank, Gefriertruhe, Fensterbank. Kannst Du in der heutigen Zeit, in der uns suggeriert wird, was wir alles brauchen, weil es die Arbeitsabläufe enorm erleichtern soll, noch zwischen Konsum und Effizienz unterscheiden? Wer braucht zwei Nudelsiebe, drei Teekannen, vier Schneebesen? Und das Putzzeug unter der Spüle, für jeden Knopf und jede Fläche das eigene Mittelchen, da gilt es ebenfalls zu reduzieren. Theoretisch reichen schon Spüli und Shampoo im Haushalt. In einer Hütte im Wald würdest Du mit noch viel weniger zurecht kommen. Lerne, neuesten Produkten zu widerstehen, die suggerieren, endlich sauberere Ergebnisse zu erzielen als noch vor Jahren – was müssen wir schmutzig gewesen sein! Ab heute brauchst Du mal alles auf, versprochen?

 

Deine Conni Köpp (Wohnkosmetik)

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test me 07.05.2014, 10:12Uhr
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