Kolumne

AUF WIEDERSEHEN, 2013!

Jedes Jahr ist wie ein neues Leben. Es beginnt bei Tag 1, krabbelt sich durch erste Wochen, dann läuft es sich unsicher bis schnell durch die Monate. Und ist es gerade mal erwachsen, wird es auch schon ganz schnell alt. 4 Jahreszeiten – und laut Vivaldi kann man jede auf ein Menschenleben übertragen. Geburt – Kindheit und Jugend – Erwachsenenalter – Greisentum. Was lassen wir hinter uns, welche Ereignisse und Bilder haben uns 2013 geprägt, uns Angst oder Freude bereitet? Kriege und Naturkatastrophen, viel Leid, viel Tod, viele Tränen. Ein schnelles Jahr! Gestern noch wollte ich doch an die Nordsee gefahren sein, und heute? Ist Winter, und ich war nicht 1 Mal an der See. Die Zeiger laufen immer schneller und schneller – und dank der virtuellen Welten bekommen wir auch im Sekundentakt die Nachrichten aus aller Welt. Die Vandervaarts im Rosenkrieg, die Praxisgebühr wird aufgehoben, die Merkel wird schon wieder mächtigste Deutsche und die Mini- wie Midijobber dürfen 50€ mehr verdienen. Kinder haben einen Kindergartenanspruch und Paare werden immer unfruchtbarer. Lebensmittel sind schon lange nicht mehr rein und gesund und Bio sind kaum mehr noch als 3 Buchstaben. Die Frauen tragen wieder höhere Schuhe und die Mode wird weiblicher. Wohnungen werden teurer und die Möbel oft günstiger – danke, Onlineshops! Kleine Geschäfte müssen schließen, weil sie nur noch davon leben mussten, Pakete für ihre Nachbarn anzunehmen. Und doch – es war ein schönes Jahr! Es wird noch immer viel gelacht, die Menschen rücken einander wieder näher und haben Sehnsucht nach Geborgenheit. Die Betten werden wieder schmaler gekauft und die Decken etwas größer. Die Kinder von heute sind längst kleine Erwachsene und stellen die Großen vor immer unerklärlichere Rätsel. Obama hört Merkel ab und wir können via App den Partner auf Schritt und Tritt verfolgen. Eine komische Welt, eine rätselhafte Welt, aber was passierte, wenn morgen alle Handys und Computer ausfielen? Wären wir verloren in dem trügerisch schönen Paradies, das keine Wünsche offen lässt? Und habe ich noch einen Wunsch, dann lasse ich den produzieren. Und wie toll doch alles ist, so einfach – es wird Autos geben, die für mich fahren, während ich am Lenkrad schlafe. Ich werde Kinder haben, die über Apps erzogen werden. Die zwar das Sprechen verlernen, aber immerhin top im Tippen sind – und das bereits mit 4! Sie bedienen Tasten, die uns vor 20 Jahren noch ängstigen konnten. Hey, und Wärme gibt es für die wachsende Zahl der Singles doch auch auch in virtuellen Welten. Man schreibt sich warm und heiß und muss sich nicht mehr sehen – ist auch viel zu teuer, noch essen zu gehen. Und vor die Tür gehen? Warum? Der Supermarkt beliefert mich bereits mit meinen Waren. Ach, Welt, bist du nicht gut zu uns? Nur wir, wir geben nichts an dich zurück! Vielleicht ja irgendwann einmal – vielleicht ja auch bereits im nächsten Jahr!

Conni Köpp

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