Ratgeber Tapezieren - ein neues Outfit für die Wände

Tapeten  setzen gekonnt Highlights an die Wänden – und das im Handumdrehen
Tapeten setzen gekonnt Highlights an die Wänden – und das im Handumdrehen
Das Verkleiden von nackten Wänden hat ihren Ursprung im Orient. Jedoch waren es in frühen Zeiten schwere Teppiche, Gobelins und Lederdekorationen, die die Wände von reichen Leuten zierten. Erst seit dem 15. Jahrhundert wurden papierähnliche Materialien zum Tapezieren benutzt. Heute ist das Tapezieren eine unkomplizierte Möglichkeit, die eigenen vier Wände wohnlich und gemütlich zu gestalten.

Was Sie zum Tapezieren benötigen und welche Möglichkeiten sich mit den unterschiedlichen Tapeten bieten, haben wir einmal für Sie zusammengestellt:

Tapezierzubehör

Tapeziertische  sorgen für ein einfaches Handling der Tapeten
Tapeziertische sorgen für ein einfaches Handling der Tapeten
Zunächst benötigen Sie einen Tapeziertisch. Bei gängigen Raumhöhen von 2,20 bis 2,40 m reicht ein großer Esstisch in der Regel nicht aus, um die Tapete der Länge nach auszulegen und einzukleistern. Tapeziertische werden sowohl in Standardmaßen von 2,97 m als auch in Überlängen angeboten. Dabei können Tapeziertische platzsparend zusammengelegt und verstaut werden.

Einige Varianten bieten darüber hinaus praktische Ablageflächen für die Tapezierschere, den Quast oder den Kleisterbehälter. So haben Sie alles an Tapezierzubehör in ihrer unmittelbar greifbaren Nähe.

Beim Tapezieren kommt es auf grade Schnitte für einen sauberen Wandabschluss an. Hier können Ihnen Anlegeschienen, Tapeziermesser und Tapezierscheren eine Hilfe sein. Europarollen haben ein Standardmaß von 10,05 m Länge und 53 cm Breite. Diese Breite bewältigen Sie mit den langen Tapeziermessern und Tapezierscheren einfach besser, als mit herkömmlichen Haushaltsutensilien. Die Anlegeschiene gewährleistet dabei gerade und rechtwinkelige Schnitte.

Kleister

Tapeten werden vollflächig auf die Wand geklebt. Hierzu benötigen Sie einen speziell auf die Tapetenart zugeschnittenen Kleister.

Kleister ist ein Klebstoff, der sowohl in Pulverform als auch in bereits fertig angemischter Breikonsistenz angeboten wird. Der fertige Kleister besteht in der Regel aus Wasser und Stärke, genauer aus Methylzellulose. Während des Trocknungsprozesses verdunstet das im Kleister enthaltene Wasser und entwickelt dabei seine Bindungsfunktion zur Wandfläche.

Tapetenkleister wird von Hand mit einem Quast auf die Unterseite der Tapetenbahn aufgetragen und sollte darauf kurz einwirken, bevor die Bahn an die Wand gebracht wird. Bei Tapeziermaschinen oder Kleistermaschinen wird die Tapetenbahn durch die mit Kleister bestücke Maschine gezogen. Bei einer großen Anzahl von zu verarbeitenden Tapeten kann dies ein zeitlicher Vorteil sein.

Tapeten

Die Vielfalt an Tapetenarten lassen bei der kreativen Wandgestaltung kaum Wünsche offen. Unterschieden werden Tapeten durch ihre Materialzusammensetzung, ihre Struktur und ihre etwaige Streichfähigkeit.

Raufasertapete

Die Raufasertapete gilt dabei als Klassiker unter den Tapeten. Die Raufasertapete trägt ihren Namen aufgrund ihrer ungleichmäßig strukturierten und damit "rauen" Oberfläche. Es werden Tapeten mit unterschiedlichen Körnungen von fein bis grob angeboten. Erfunden wurde die Raufaser im Jahr 1864 in Erfurt. Seitdem ist sie aus deutschen Wohnräumen nicht mehr wegzudenken.

Raufasertapete kann auf jeden tapezierfähigen Untergrund aufgeklebt werden. Jedoch ist Raufasertapete im rohen Zustand nicht besonders attraktiv und muss daher mit Wandfarben überstrichen werden. Hochwertige Raufasertapete lässt sich in der Regel mehrmals überstreichen, sodass sie unkompliziert und schnell mit einer neuen Farbe umgestaltet werden kann.

Relativ neu auf dem Tapetenmarkt ist rollfähige Raufaser. Hierbei handelt es sich um flüssige Raufaser, die mit einer Malerrolle auf die Wand gebracht wird. Diese Produkte werden häufig auch bereits eingefärbt angeboten, sodass hier neben dem Tapeten schneiden, einkleistern und kleben auch der Arbeitsschritt des Streichens entfallen kann.

Allerdings sehen flüssige Raufasern in dem Verdacht, dass sie nicht einfach zu entfernen sind. Raufaser in Tapetenform kann im Gegenzug relativ einfach leicht eingeweicht und mit einem Spachtel wieder entfernt werden.

Papier- und Mustertapeten

Bei den Papier- und Mustertapeten handelt es sich um die traditionelle Tapete aus Papier. Insbesondere diese Tapetensorte wird mit unzähligen Mustern produziert.

Zu beachten ist hierbei der Tapeten-Rapport. Damit sich das Muster richtig über die ganze Wand erstreckt, muss eine Mustertapete in der Regel mit Versatz geklebt werden. Dieser Klebeversatz kann dem Tapetenetikett entnommen werden.

Vliestapeten

Vliestapete  für schöne Optiken bringt Highlights in jeden Raum
Vliestapete für schöne Optiken bringt Highlights in jeden Raum
Die Besonderheit von Vliestapeten ist ihre einfache Verarbeitungsmöglichkeit und die noch bessere Entfernbarkeit.

Bei dem Tapezieren von Vliestapeten wird nämlich nicht die Tapete, sondern die Wand eingekleistert. Die Tapetenbahnen werden trocken an die Wand gebracht und können dann in Ruhe auf das benötigte Maß gekürzt und geschnitten werden. Eine entsprechende Einweichzeit entfällt vollständig.

Vliestapeten verfügen über ein Trägermaterial aus Zellstoff. Ein Entfernen von der Wand erfolgt daher schnell und in der Regel in ganzen Bahnen. Im Endeffekt sind Vliestapeten in Kombination mit dem richtigen Kleister die "Ruck-Zuck-Variante" unter den Tapeten.

Fototapete

Träumen  erlaubt: mit Fototapeten gestalten Sie Ihre Zimmer ganz neu
Träumen erlaubt: mit Fototapeten gestalten Sie Ihre Zimmer ganz neu
Fototapeten sind Papiertapeten mit sehr großen Motiven. So können Sie sich damit zum Beispiel einen dichten Dschungel in das Wohnzimmer oder eine atemberaubende Strandkulisse ganz einfach in Ihr Schlafzimmer zaubern.

Dank den neuen Fertigungs- und Drucktechniken werden heute sogar Fototapeten von Ihren eigenen Fotos und Aufnahmen angeboten. Wenn Sie ein besonders schönes Urlaubsbild haben, können Sie es an einer Wand verewigen und damit das sonst so schnell abklingende Urlaubsfeeling verlängern.

Bei der Auswahl vorgefertigter Fototapeten muss die Wandgröße berücksichtigt werden, damit das Motiv auch vollständig zur Geltung kommt. Bei der Umsetzung von eigenen Entwürfen schneiden die Hersteller das Motiv individuell passend auf die vorhandenen Maße zu.

Strukturtapete und Prägetapete

Struktur- und Prägetapeten verfügen über ein attraktives Reliefmuster. Das Muster wird bei der Herstellung in das Papier eingedruckt oder mit speziellen Farbpasten aufgeschäumt. Beim Kauf sollte darauf geachtet werden, ob es sich um eine überstreichbare Strukturtapete handelt. In der Regel können unifarbene Strukturtapeten ohne Farbschaum mit handelsüblicher Wandfarbe überstrichen werden.

Diese Tapeten gelten als sehr strapazierfähig und werden deshalb gerne in Küchen und Bädern verklebt. Allerdings sollten Sie aus gesundheitlichen Gründen bei Struktur- und Prägetapeten auf eine PVC-Freiheit achten.

Textil- und Naturtapeten

Bei Textil- und Naturtapeten sind textile Materialien und Naturmaterialien in die Oberfläche der Tapete eingearbeitet. Bekannte Naturtapeten sind beispielsweise Grastapeten, Reispapiertapeten, Hanftapeten oder Korktapeten.

Bei diesen Tapeten ist auf eine saubere Verarbeitung zu achten. Denn in den Stößen austretender Kleister verursacht schnell unschöne Flecken auf den Tapeten, die nicht einfach zu entfernen sind.

Glasfasertapeten

Glasfasertapeten gelten als außerordentlich robust und hochwertig. Des Weiteren verrottet Glasfasertapete nicht, bleibt lange formstabil und ist wasserfest. Gerne werden sie deshalb in öffentlichen Gebäuden, Gewerben und Ämtern genutzt.

Glasfasertapeten bestehen in ihrer Oberfläche aus mineralischen Garnen und sind nicht immer einfach zu tapezieren. Für das Tapezieren wird ein spezieller Kleber benötigt und die Glasfasertapete muss fachgerecht mit einem Kunststoffspachtel angerieben werden.

Dafür können Glasfasertapeten auch mit abwaschbaren und unempfindlichen Latexfarben überstrichen werden, sodass sie über eine sehr lange Lebensdauer verfügen.

Sonstige Tapeten

Relativ neu auf dem Bereich des Tapezierens sind Metalltapeten und EMV-Abschirmtapeten.

Bei Metalltapeten handelt es sich um Papierbahnen mit aufgeklebten Metallfolien. Diese dienen dem dekorativen Zweck und sind nicht mit den Isolierungs- oder Dämm-Tapeten zu verwechseln. Die Metallauflage der isolierenden Tapete hat eine Dämmfunktion inne.

Bei den EMV-Abschirmtapeten handelt es sich um Tapeten, die etwaige elektromagnetische Strahlungen abschirmen.

So tragen Tapeten nicht nur für ein schönes und gemütliches Zuhause bei, sondern unterstützen auch ein gutes Raumklima für das gesunde Wohnen.

Fragen & Antworten (1) Frage stellen
Fototapete
Kann man Fototapeten auf frische, glatte Vliestapeten kleben ?
Jörg Kleemann 21.09.2013 06:52:15Uhr
 
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