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Komposter – die Humus-Erzeuger im eigenen Garten
Wer glaubt, Recycling sei eine moderne Erfindung, liegt falsch. Seit Jahrmillionen beherrscht die Natur den Prozess der Verwandlung von organischem "Abfall" in hochwertigen Humus auf unerreichte Weise. Um dies zu bewerkstelligen, bringt sie Myriaden von Mikroorganismen und Makroben ins Spiel, die in Verbindung mit Wärme, Feuchtigkeit und Sauerstoff dafür sorgen, dass dieser natürliche Kreislauf vonstatten geht. Das braucht seine Zeit. Der Faktor Zeit hat bei uns modernen Menschen jedoch einen besonderen Stellenwert. So sind wir bestrebt, auch diese Abläufe in unserem Sinne zu nutzen, zu beschleunigen und noch effizienter zu gestalten. Das Ergebnis: Kompostierer in allen erdenklichen Variationen.
Kompostieren spart Kosten und schont die Umwelt
Grundsätzlich lässt sich jedes organische Material kompostieren - von Gartenabfällen wie Grasschnitt, Laubresten und gehäkselten Ästen bis hin zu unbehandelten Küchenabfällen wie Obst- und Gemüsereste, Kaffeesatz, Teebeuteln, Eierschalen und vieles mehr. All diese Materialien würden gemäß der bestehenden Müll-Trennung ansonsten in der Biomülltonne landen, für die zusätzliche Kosten anfallen. Gartenbesitzer, die sich für einen Komposter entscheiden, profitieren nach einer gewissen Verrottungszeit der Abfälle zudem vom gratis entstandenen und besonders nährstoffreichen Humus, der seinerseits für gute Erträge von Gemüse und Früchten im eigenen Garten sorgt.
Grundsätzliches zum Thema Kompostieren
Allzuviel Arbeit müssen Sie nicht investieren, wenn Sie eigenen Humus produzieren möchten. Die Hauptarbeit übernehmen die bereits erwähnten Kleinstlebewesen. Doch wie schnell Sie an Ihr natürliches Düngemittel kommen und von welcher Qualität die Ausbeute sein wird, hängt auch von der Einhaltung einiger weniger Bedingungen ab. So birgt die klassische Methode des Kompostierens, bei welcher der Komposthaufen direkt auf der Erde aufliegt und nur von einigen Latten seitlich gestützt wird, einige Nachteile, die Sie aber leicht reduzieren können. Allen voran bleibt Ihnen bei der herkömmlichen Methode nicht das Umsetzen und das Auflockern der aufgeschichteten Masse erspart, was den Zersetzungsprozess merklich beschleunigt. Besondere Aufmerksamkeit kommt dabei der ausreichenden Belüftung zu, damit den rührigen Mikroorganismen bei der Verrichtung ihrer Arbeit im wahrsten Sinne des Wortes nicht die Luft ausgeht. Nicht minder unwichtig ist die Zusammensetzung des Komposthaufens. Dieser sollte möglichst gleichmäßig bestückt werden, also möglichst in dünnen Auflagen und regelmäßigem Wechsel der jeweiligen Abfallsorten. Einer gröberen Schicht mit Astschnitt sollte daher beispielsweise eine aus Küchenabfällen oder Grasschnitt folgen. Dadurch erreichen Sie eine bessere Vermischung der Kompost-Bestandteile und folglich eine einheitlichere, ausgewogene Humus-Beschaffenheit. Was auf keinen Fall den Weg in den Komposter finden sollte sind gekochte Küchenabfälle und Kleintierstreu, da diese schnell faulen, zur Geruchsbelästigung werden können und zudem der Humusqualität nicht gerade zuträglich sind. Nicht zuletzt werden Nagetiere und andere unerwünschte Besucher von diesem Abfallangebot magisch angezogen, die Sie hier vermutlich nicht haben möchten.
Komposter: Schnell ans Ziel
Wenn Sie all dies bedacht haben, Ihnen der Jahresrhythmus, der durchschnittlich für eine vollständige Verrottung des Materials zu veranschlagen ist, dennoch zu lange wird, können Sie auch mit "Beschleuniger" aus dem Fachhandel nachhelfen. Solche mit natürlichen Mikroben und Enzymen angereicherten Kompost-Generierer versprechen laut Hersteller eine Beschleunigung des Verrottungsprozesses von bis zu 50 Prozent. Außerdem kann sich die Konstruktionsweise sowie das verwendete Material eines Komposters erheblich auf die Dauer der Humusbildung auswirken.
Kompostierer für jeden Anspruch und für jeden Platz
Der Handel bietet eine Fülle verschiedenster Komposter-Systeme in den unterschiedlichsten Größen, Materialien und Farben. Dass besser nicht unbedingt mit teurer gleichgesetzt werden muss, ist eine allgemeine Tatsache und trifft somit auch auf das Angebot an Komposter zu. Akzeptable Qualitäten bekommt man laut namhafter Warentester bereits ab etwa 50 Euro. Für besonders hochwertige Exemplare werden aber auch schnell zwei bis dreihundert Euro, in Einzelfällen sogar bis zu 500 Euro fällig. Generell gilt aber: Passen Sie die Größe Ihres Komposters dem vorhandenen Platz im Garten an und wählen Sie besonders in kleineren Gärten ein Modell, dass nicht zu viel Grünfläche in Anspruch nimmt.
Extrovertiert: Offene Komposter
Introvertiert: Geschlossene Komposter
Qualität und Handhabung von Kompostern
Was die Eigenmontage beziehungsweise die Haltbarkeit dieser Komposter-Behältnisse anbelangt, gibt es erhebliche Unterschiede. Ein besonders kritisches Auge sollten Sie in dieser Hinsicht bei Billigangeboten walten lassen. Bei ungleichmäßiger Druckverteilung während der Befüllung verziehen sich die Elemente schnell und die eher zierlichen Verbindungsteile werden nach und nach förmlich abgesprengt. Wenn sich die Möglichkeit bietet, lohnt es sich, den einen oder anderen Komposter vor Ort schon einmal in Augenschein zu nehmen und mit den Händen auf seine Stabilität hin zu prüfen. Erscheint die Konstruktion zu fragil, sollte man besser die Finger davon lassen. Dies gilt auch für die Art und Weise der Befüllung sowie die Handhabung bei der Entnahme des fertigen Humus, der meist über eine Klappe im vorderen Bereich erfolgt.
Die "Exoten" unter den Kompostern
Neben den Thermo-, Schnell-, Rasen- und Holzkompostern haben auch Formen wie der Wurm- oder der Trommel-Komposter ihren Anhängerkreis gefunden. Während der Wurm-Komposter sich dadurch auszeichnet, dass er gegenüber dem rein bakteriell erzeugten Kompost über ein Vielfaches an Nährstoffen verfügt, hebt sich der mit einem speziell entwickelten Getriebe- und Mischmechanismus ausgestattete, frei drehbare Komposter dadurch ab, dass sich die Kompostierzeit hierbei deutlich verringert.
