Briefkästen ( 75 )
Briefkästen
Wenn der Postbote zweimal klingelt … liegt das wahrscheinlich am schönen Briefkasten
Die ersten Briefkästen waren keine hohlen Kästen mit Briefschlitz, sondern schwere Steine, unter die Briefe gelegt wurden. Denn erfunden wurden die Briefkästen von den ersten Seefahrern. Sie legten die Briefe unter Steine und hofften, dass Schiffe, die in Richtung Zuhause fuhren, die Briefe mitnehmen und bei ihren Lieben daheim abgeben würden. Um 1600 bekamen dann die ersten Häuser einen Briefkasten vor die Tür gesetzt und schon bald waren die kleinen, meist metallenen Kästen Pflicht.
Heutzutage denkt man oft direkt an die typisch amerikanischen Metallkästen mit dem roten Hebel im Vorgarten, der vom Postboten nach oben gestellt wird, sobald er einen Brief eingeworfen hat. Der Vorteil: So kann man direkt vom Küchenfenster aus sehen, ob der Briefkasten gelehrt werden muss oder nicht und erspart sich womöglich einen unnötigen Gang zum Ende der Auffahrt. Sicherheitshalber sollte man jedoch täglich einen Blick in den Kasten werfen, denn nicht jeder Postbote ist so nett und bringt den Hebel in die richtige Position …
Ein Miniaturhaus als Briefkasten
Wem diese Briefkästen zu langweilig sind, entscheidet sich manchmal für extravagantere Modell: Da gibt es zum Beispiel die XXL-Kästen in Form eines Hauses. Im Fernsehen sieht man sogar manchmal eine Miniaturabbildung des Hauses, vor dem der Briefkasten steht. Die Eingangstür ist dann der Briefschlitz und durch die Fenster kann man sehen, ob Post eingetrudelt ist oder nicht. So protzig muss es natürlich nicht immer sein, aber trotzdem sorgt so ein Briefkasten garantiert gleich für Gesprächsstoff, sobald man Gäste an der Tür empfängt.
Manche erinnern sich vielleicht noch an die Kombivariante, die bei den Eltern Zuhause hing: Das war nämlich meistens der Briefkasten mit Zeitungsrolle. In Grün, Schwarz, Weiß oder Braun, aber immer mit dem goldenen Schriftzug „Postkasten“. Besonders dekorativ empfand man damals das kleine Krönchen, das die Spitze des Deckels bildete.
Nicht ganz so klassisch sind Kästen mit der Form eines Hundes, einer Katze oder eines anderen Tiers, die mit einer Klappe vorne (oder hinten) ausgestattet sind und in ihrem Inneren die Briefe aufbewahren. Für einen Haushalt mit Kindern ist so ein Hund, der womöglich noch mit einem Bewegungsmelder ausgestattet ist und Kläfflaute von sich gibt, sobald der Postbote sich nähert, allerdings genau das Richtige, für stilbewusste Hauseigentümer wahrscheinlich eher nicht.
Die neuen Postkästen sind eher modern und puristisch
Die heutige Briefkasten-Industrie ist keineswegs stehen geblieben, sondern passt ihre Entwürfe den neuen Bauweisen der Häuser, die zunehmend moderner und puristischer werden, an. So Sind manche Kästen, die an der Häuserwand angebracht werden, dezente silberfarbene Metallkästen, mit Guckloch aus Glas oder Milchglas. Es gibt sogar Kästen mit Hausnummern, die nachts leuchten und so auch in den frühen grauen Morgenstunden fleißigen Postboten den Weg weisen.
Wahrscheinlich wird es in den nächsten Jahren noch viele solcher wilden Kreationen und Designs für Briefkästen geben, die klassische Variante wird aber wahrscheinlich immer an der einen oder anderen Häuserwand hängen, allein schon um den traditionellen Look eines Einfamilienhauses in einer verkehrsberuhigten Straße aus vergangenen Zeiten wieder aufleben zu lassen. Ausgefallen wäre ja auch die Kombination von moderner Singlebude in einer Großstadt mit dem großen, goldenen Postkasten vor der Tür – die Nachbarn würden jedenfalls Augen machen!



































