Sitzsäcke
Ein Sitzsack ist, wie der Name bereits vermuten lässt, ein Sitzmöbel. In den 60er und 70er Jahren verbreitete sich der Sitzsack als Ausdruck des Lebensstils gegen alle Geradlinigkeit des Spießertums. Heute ist er zu einem beliebten Möbelstück geworden und darf in keinem modern eingerichteten Haushalt mehr fehlen.
Die mit Schaumpolystyrol-Kügelchen oder Schaumpolystyrol (Styropor) gefüllten Sitzsäcke werden je nach Wunsch mit einem weichen Material wie Leder oder Stoff bezogen. Dadurch wird ein hohes Maß an Gemütlichkeit und Festigkeit erzeugt. Darüber hinaus kann je nach Bezug der Sitzsack vollständig recycelt werden.
Ich sitze also bin ich: Der Sitzsack macht alles mit!
Das Besondere ist, dass nicht Sie sich dem Möbelstück anpassen, sondern das Möbelstück passt sich Ihnen und Ihrer Situation an. So kann er aufgerichtet als Sitzgelegenheit am Arbeitsplatz mit dem Computer dienen oder zusammengestaucht als Teil einer gemütlichen Sitzecke für Sie und Ihre Freunde. Dabei interessiert es den Sitzsack nicht, wie schwer, breit oder fit die Person ist, die auf ihm sitzt. Er kümmert sich nicht darum, ob Sie gut gelaunt sind oder nicht, er nimmt Sie auf und lässt Sie gemütlich sitzen. Selbst das Sitzen nimmt er nicht so genau, da Sie die Wahl haben, ob Sie sitzen wollen oder einen Kompromiss aus Liegen und Sitzen bevorzugen.
Sie haben nur eine Schwierigkeit, die Ihnen den Kauf erschweren kann. Die Entscheidung, ob es ein klassischer oder ein Sitzsack in Tropfenform sein soll.
Der Sitzsack: Eine bunte Entstehungsgeschichte
Ende des 20. Jahrhunderts tauchte der Trend auf, sich Sitzsäcke selber zu bauen. Anleitungen dazu sind mehrfach zu finden. Doch kehrten all diese Heimwerker nach mehreren Sitzproben wieder zu den Originalen zurück, da Sitzsäcke auch nach häufigem Umformen und Sitzen ihre Gemütlichkeit bewahren.
Auch geschichtlich zeigt sich der Sitzsack als ungewöhnlich. Piero Gatti, Cesare Paolini und Franco Teodoro, drei italienische Architekten, entwickelten den Sitzsack aus rein narzisstischen Gründen. Sie wollten angenehm sitzen mit einem Möbelstück, welches sie wie Schnee umgibt und ihre Körper umschmiegt.
Anfangs experimentierten die Architekten mit Bleikügelchen und Wasser für ihre Sitzsäcke. Dank der Entwicklung von Styropor-Kügelchen bleiben ihnen diese Erfahrungen erspart.
Groß raus kamen die Sitzsäcke erst durch einen Zufall. Das Foto einer amerikanischen Zeitung weckte das Interesse der Öffentlichkeit. Als sich dann auch noch eine Kaufhauskette fand, welche dieses extravagante Möbelstück vertrieb, konnte den Erfolg niemand mehr aufhalten. Die Kaufhauskette bestellte gleich 12.000 Sitzsäcke, deren Erfolg bis heute nicht gebrochen wurde.